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Studierendenrat der Universität Heidelberg

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Das Dschungelbuch
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01.02.2010:

Semesterticket Vertragsabschluss

Die FSK hat zähneknirschend einer modifizierten Verlängerung des Semesterticketvertrags zugestimmt. 

Die FSK hat zähneknirschend einer modifizierten Verlängerung des Semesterticketvertrags zugestimmt. Seit mehr als 15 Jahren hat Heidelberg ein Semesterticket. Enorme Preissteigerungen von 127 % in den vergangenen 10 Jahren haben jedoch dazu geführt, dass die Nutzerzahlen deutlich sinken und das Semesterticket von Vielen als unattraktiv und überteuert wahrgenommen wird. Die FSK hat daher im Rahmen der Neuverhandlungen über den Semesterticketvertrag eine groß Angelegte umfrage im Sommersemester 2009 durchgeführt.

Das aktuelle Semesterticket in Heidelberg wird vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) angeboten und gilt für ein Semester. Es berechtigt zu Fahrten im gesamten Tarifgebiet (exkl. Westpfalz) - einem Schlauch von Polen nach Frankreich (Zitat aus der Semesterticket Umfrage der FSK '09). Die Ausdehnung ist in Ost-West Richtung sehr weitreichend, in Nord-Süd Richtung ist jedoch nach 20 km von Heidelberg aus Schluss. Das Semesterticket finanziert sich aus einem Kaufpreis von aktuell (WS 09/10) 133 Euro und einem solidarischen Sockelbeitrag von 22,50 Euro, den alle Studierenden mit dem Studentenwerksbeitrag bei der Rückmeldung zahlen müssen -- auch wenn sie das Ticket nicht nutzen.

Eine Heidelberger Besonderheit bei der Sockelfinanzierung ist, dass sie es allen Studierenden ermöglicht unter der Woche ab 19 Uhr und neu -- am Wochenende den ganzen Tag, innerhalb der Großwabe Heidelberg kostenlos mit Bus und Bahn fahren zu können -- der Studiausweis bzw. bald die neue CampusCard gilt dabei als Fahrschein. 

Von Sommer 2008 bis Oktober 2009 haben FSK und Studentenwerk für bessere Konditionen beim Semesterticket gekämpft um für die nächsten 5 Jahre weiter ein attraktives Ticket in Heidelberg anbieten zu können -- sicher teilweise erfolglos.

Kürzungen bei den Landesfördermitteln, Politiker in Stadt und Land die selten über den rein finanziellen Aspekt hinaus denken sowie ein unbeweglicherer und unkooperativer Verkehrsverbund haben alle Hoffnungen auf eine attraktivere Zukunft des Semestertickets zerstört. Kritik wurde neben den enormen Preissteigerungen an dem unattraktiven und inflexiblen Ticketmodell geübt. Vorschläge seitens der FSK für ein gestuftes Ticketmodell (kleines günstiges Stadtticket + Verbundticket) wurden vom VRN kategorisch abgelehnt. Die Preissteigerungen konnten zwar leicht ausgebremst werden - dennoch ist absehbar das in wenigen Semestern das Ticket einen schleichenden Tod erleiden wird.

Nur warum hat die FSK einem solch faulen Kompromiss zugestimmt?????

Die viel diskutierte Alternative war die Verhandlungen platzen zu lassen und auf absehbare Zeit kein Ticket zu haben. Öffentlicher Druck durch Demos, Proteste, Besetzungen und dem sicher anfangs großen Medienecho hätte angesichts von Finanzkrise und politischer Stimmung im Land wenn überhaupt sehr langfristig zu Verbesserungen geführt - ein Semesterticket wäre jedoch bis dahin ersatzlos weggefallen. Viele Studierende aus dem Umland sind auf das Semesterticket angewiesen (nach Umfrage 60% aller Studis) und hätten enorme finanzielle Mehrbelastungen akzeptieren müssen. Somit ist die Entscheidung den neuen Vertrag zu akzeptieren, eine solidarische Geste gegenüber den Studierenden die ein Ticket unbedingt benötigen um sich ein Studium zu ermöglichen - gegenüber Stadt, Kreis und Land wurde diese solidarische Verantwortung vergeblich eingefordert.

Tipp: Klopft mal bei euerm lokalen Bürgermeister an und fordert eine Unterstützung für das Ticket ein. Eure Heimatorte haben große finanzielle und ideelle Vorteile dadurch, dass ihr als junge aktive Leute dem Dorf treu bleibt - Stichwort Vereine, Verbundenheit

Letztliche bedeutet eine Annahme des Vertrages aber nicht, dass wir uns mit diesem Kompromiss abgefunden haben. Es muss Druck auf Kommunen und auf das Land ausgeübt werden, um mittel- bis langfristig die Rahmenbedingungen so zu Verändern, dass wir wieder ein faires, bezahlbares Ticket mit gutem Leistungsangebot für die Studierenden bekommen.

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